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KIRCHEN & KAPELLEN

Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Westerheim

Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt – mit ihrem 52m hohen Turm – wurde 1878/79 erbaut. Für den Neubau – zwischen Ober- und Unterwesterheim – musste das Anwesen "Hausnummer 15" in den Norden Westerheims ausweichen. Die Pfarrkirche weist innen und außen eine neugotische Gestaltung auf. Im Frühjahr 1877 wurde der Grundstein gelegt. Schon im Frühjahr 1878 konnte der Turm aufgerichtet werden. Im Jahre 1879 war der Bau der Kirche vollendet und konnte am 09. September ihrer Bestimmung übergeben werden. Die Baukosten beliefen sich auf 120 000 Mark. Im Jahre 1880 erhielt die Pfarrkirche ihre kirchliche Weihe. Während des zweiten Weltkriegs mussten 3 der 4 Kirchenglocken zum Einschmelzen (für militärische Zwecke) abgeliefert werden. 1 Kirchenglocke durfte im Kirchturm verbleiben. Einige Jahre nach dem zweiten Weltkrieg, lies man von der Fa. Gebhardt (Kempten) wieder 3 Kirchenglocken fertigen, welche im Jahre 1950 die Weihe erhielten. Seit damals verfügt die Pfarrkirche wieder über 4 Kirchenglocken.

 

 

Nachfolgend haben Sie die Möglichkeit, zwei unterschiedliche Glockenläuten der Westerheimer Pfarrkirche abspielen zu lassen. Es handelt sich hierbei um Live-Aufnahmen, deshalb sind auch diverse Nebengeräusche(wie z.B. Vogelgezwitscher, Wind, ...) in den Aufnahmen enthalten.

 

Hinweis: Sollten die Player nicht angezeigt werden

 mit welchen Sie das erste und zweite Glockengeläut abspielen lassen können,

wird dies von einem blockierten “AddOn” verursacht.

Überprüfen Sie in diesem Fall die Einstellungen Ihres Browsers.

 

 

Bei der ersten Aufnahme handelt es sich um das so genannte Angelusläuten

(auch Aveläuten bzw. Gebetsläuten genannt)

Dieses Glockenläuten wird jeden Tag - morgens, mittags und abends - ausgeführt

(deshalb wird im Volksmund das mittägliche Gebetsläuten auch häufig “s’zwölfa Leita” genannt).

Das nachfolgende Glockengeläut wurde am 05.07.09 um 12.00 Uhr Mittags aufgenommen.

Es beginnt mit den 4 Glocken-Schlägen der vollen Stunde,

anschließend folgen die Stunden-Glocken-Schläge (in diesem Fall 12 x)

 und danach beginnt das Gebetsläuten.

Dieses wird nicht mit allen 4 Kirchenglocken ausgeführt, sondern mit der größten Kirchenglocke.

 

 

 

Bei der zweiten Aufnahme handelt es sich um das so genannte Zusammenläuten.

Dieses Glockenläuten kündigt den unmittelbar bevorstehenden Beginn des Gottesdienstes an.

In unserer Gemeinde wird das Zusammenläuten 15 Minuten vor Gottesdienstbeginn ausgeführt.

Und bei vielen Kirchgängern, die beim “zamma Leita” noch nicht “fertig g’richt” sind,

kommt meist ein bisschen Hektik auf, wenn sie dieses Glockenläuten hören.

Das nachfolgende Zusammenläuten wurde ebenfalls am 05.07.09 aufgenommen.

An diesem Tag war der Beginn des Gottesdienstes um 8.45 Uhr.

Und da das Zusammenläuten 15 Minuten vorher ausgeführt wird,

sind zunächst 2 Glocken-Schläge der halben Stunde (8.30 Uhr) zu hören

und anschließend das Zusammenläuten - welches von allen 4 Kirchenglocken ausgeführt wird.

Allerdings konnte ich leider nicht die komplette Länge des Zusammenläutens online stellen,

da ich die Aufnahme aufgrund größerer Lärmpegel (Flugzeug) abbrechen musste.

 

 

 

Ein besonderes Vergelt’s Gott gilt Pater Johannes, für die freundliche Genehmigung.

 

 

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Gottesackerkapelle Hl. Kreuz in Westerheim

Die Kreuzherrn bestimmten zeitweise die Hl.-Kreuz-Kapelle zur Pfarrkirche. Der genaue Zeitpunkt ist nicht bekannt. Der noch erhaltene Chor ist in spätgotischem Stil (im 15. Jahrhundert) erbaut worden. Auch der Altar, auf welchem die Kreuzigung Christi mit sehr wertvollen Figuren abgebildet ist, stammt aus dieser Zeit. 1809 wurde die Hl.-Kreuz-Kappel auf staatliche Anordnung zum Abbruch verkauft. Auf Initiative der Gemeinde, blieb jedoch der Chorraum erhalten. 1821 wurde an diesen ein Langschiff angebaut. Aus der ehemaligen Pfarrkirche wurde somit die Friedhofskapelle. Im Jahre 1922 wurde die Kapelle zum ersten Mal restauriert. Bartholomäus Kessler (Unterwesterheim) schenkte der Kapelle eine Glocke. Diese musste jedoch 1942 abgenommen werden, da sie für militärische Zwecke eingeschmolzen wurde.1977/80 wurde die Kapelle zum zweiten Mal restauriert.

 

 

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Judas-Thaddäus-Kapelle in Westerheim

Diese Kapelle wurde 1967 zu Ehren des Hl. Judas Thaddäus erbaut. Michael Depprich (geb. 12.08.1899) und seine Frau Auguste Depprich (geb. 07.03.1913) aus Westerheim ließen diese Kapelle bauen. Entwurf und Planung hatte "Emil Kempf" aus München. Die Altarfiguren wurden geschaffen von Bildhauermeister "L. Schuster" aus Langenneufnach. Am Kapellenbau waren beteiligt: Motz G. aus Frickenhausen (Maurermeister), Fritz J. aus Erkheim (Zimmermeister), Dannowski S. aus Klosterbeuren (Schlossermeister), Depprich F. aus Westerheim (Schreinermeister), Engelhard A. aus München (Furnierwerk), Olzscha H. aus Ungerhausen (Elektromeister), Kaiser K. aus Memmingen (Glasgroßhandlung), Auerbacher M. aus Memmingen (Glasermeister), Schlögel X. aus Pfaffenhausen (Steinindustrie), Link W. aus Amendingen (Spenglermeister), Drexel H. aus Memmingen (Spenglermeister), Reiss W. aus Kempten (Glockengießermeister), Zinth M. aus Westerheim (Sägewerk), Kränzle A. aus Erkheim (Ziegelei) und Martin O. aus Westerheim (Fliesenleger). Zum 100jährigen Jubiläum der Firma Michael Depprich wurde die Kapelle am 18. Juni 1967 eingeweiht.

 

 

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Pfarrkirche St. Peter und Paul in Günz

Die im Jahre 1902/04 erneuerte einschiffige Kirche, hat gotische Anlage. Der Kirchturm soll aus den massiven Quadern, der auf dem Lehberg stehenden Burgen, erbaut worden sein. Er hat ein Satteldach, woraus auf ursprünglich romanische Bauweise der Kirche geschlossen werden kann. Die Erneuerung der Kirche erfolgte durch die Kunstanstalt "Karl Port" (Augsburg). Die Gemeinde Günz stellte für die Erneuerung alle nur gewünschten Geldmittel zur Verfügung, so dass die früher sehr dürftige Ausstattung der Kirche, durch einen reichen Innenschmuck ersetzt werden konnte. Der Hauptaltar erhielt einen großen Aufbau. Der Chor bekam reiche Stukkaturverzierungen und das Schiff eine schöne Holzkassettendecke. Die Firma "Steinmeyer (Öttingen) baute eine klangvolle Orgel mit 2 Manualen und einem reichen Registerwerk. Auch der Dachstuhl der Kirche, der Kirchturm und die Kirchenuhr wurden erneuert. Die feierliche Weihe des neuen Hochaltars fand im Jahre 1906 statt. 1943 mussten 2 der 3 Kirchenglocken zum Einschmelzen (für militärische Zwecke) abgeliefert werden. 1 Kirchenglocke durfte im Kirchturm verbleiben. Einige Jahre später lies man 3 Kirchenglocken fertigen, welche 1949 die Weihe erhielten. Seit damals verfügt die Pfarrkirche über 4 Kirchenglocken. Eine zweite Glockenweihe fand im Jahre 1959 statt.

 

 

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Kapelle St. Sebastian in Rummeltshausen

Diese Kapelle ist dem hl. Sebastian - dem mittelalterlichen Pestpatron - geweiht. Sie wurde 1593 vom Kloster Ottobeuren, im damals modernen Renaissancestil, erbaut.  Abt Gregor Reubi erweiterte im Jahre 1628 die Kapelle um 12 "Schuhe" und versah sie mit einem Türmchen. Sie birgt einen äußerst sehenswerten und wertvollen Flügelaltar von dem Kunstschreiner Thomas Heidelberger aus Memmingen. Im Jahre 1978 wurde die Kapelle trockengelegt, damit das Dach und das Äußere renoviert werden konnte. Im Jahre 1984 wurde der Altar durch den Kirchenmaler Richard Harzenetter (Sontheim) restauriert.

 

 

 

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Datenquellen / Literaturverzeichnisse:

 

BUCH: Heimatkunde der Gemeinden Günz und Westerheim, Memmingen 1950;

Wilhelm Hausmann, Franz X. Wagner, Klara Wagner.

 

BUCH: Landkreis Unterallgäu / Band II, S. 1271-1277, 1. Auflage, ISBN 3-9800649-2-1

Herausgeber: Landkreis Unterallgäu, Landrat Dr. Hermann Haisch; Redaktionsleitung: Aegidius Kolb OSB;

Redaktionskreis: Josef Bellot, Kreszentia Fickler, Pankraz Fried, Erwin Holzbaur, Siegfried Kaulfersch,

Manfred Putz, Günther Städele, Hubertus Stolp.

www.unterallgaeu.de

 

BUCH: Westerheim – Günz – Rummeltshausen – Ein historisches Bilderbuch / Geiger-Verlag, 1. Auflage 2002, ISBN 3-89570-824-0

Buch-Team aus Westerheim: Bernhard Bainger, Magdalena Häutle, Elly Heckelsmüller, Georg Maurus,

Gertraud Müller, Leni Probst, Werner Reich. Buch-Team aus Günz: Matin Glöckler, Sylvia und Roland Vogel.