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DIE CHRONIK VON GÜNZ UND RUMMELTSHAUSEN

Die nachfolgende Chronik stammt aus dem Buch

"Westerheim – Günz – Rummeltshausen – Ein historisches Bilderbuch".

 

Für die Genehmigung zur Veröffentlichung, möchte ich mich nochmals recht herzlich bedanken.

 

Das Buch hat mich sehr beeindruckt. Ein komplettes Team hat in mühevollster Kleinarbeit viele Daten und Bilder über unser Dorf gesammelt und kommentiert. Auch das Geleitwort dieses Buches fand ich faszinierend. Deshalb nutze ich daraus zwei Sätze, um die Chronik von Günz/Rummeltshausen einzuleiten.

 

Zitat:

"Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht schätzen und die Zukunft nicht gestalten."

"Wer die Heimat kennt, lernt sie lieben und wird deshalb eher bereit sein sie zu schützen."

 

Jahreszahl

Anmerkungen zur Geschichte

 

 

Um 33000 Jahre v. Chr.

Nachweis menschlichen Lebens im Ortsbereich Rummeltshausen,

 

alteiszeitlicher Silexartefakt (Schaber) aus rotbraunem Radiolarit

 

(Lesefund 1993, Kiesgrube Forschner nördlich Rummeltshausen).

 

 

2./3. Jahrhundert n. Chr.

Nördlich Rummeltshausen befindet sich ein römisches Landgut,

 

Funde und Befunde aus der Kiesgrube Forschner nördlich Rummeltshausen,

 

1993 und 1994.

 

 

Um 900 bis 1000

Gründung der Orte Günz und Rummeltshausen, Herrenhof und Burg

 

im Ort Günz.

 

 

1152

Erste urkundliche Erwähnung des Ortes Günz: Papst Eugen III. bestätigt

 

Güter des Klosters Ottobeuren im Dorf Günz (Gunze).

 

 

Um 1150/1250

Bau der Burgen auf dem Lehenberg.

 

 

1179

Konrad und Heinrich von "Rumbolzhusen" sind Dienstmannen des

 

Klosters Ottobeuren; erste urkundliche Erwähnung von Rummeltshausen.

 

 

Um 1240

Tod des Adeligen Konrad von Günz.

 

 

Um 1250

Ritter Konrad von Lauben wird mit der Kirche, zwei Höfen und den

 

Ehaftrechten über Taferne, Schmiede und Hirtenstab in Günz belehnt.

 

 

1274 – 1299

Ritter Heinrich, genannt "Günzer", wird mehrmals urkundlich erwähnt,

 

1302 als "zu Lebzeiten", d.h. als nicht mehr lebend.

 

 

1291

Die ehemaligen Güter des Ritters Heinrich in Günz und Arlesried,

 

darunter die Patronatsrechte an den beiden Kirchen, schenken Ulrich

 

und Marquard von Schellenberg dem Bischof von Augsburg.

 

 

1293

Ottobeuren erhält am 21. Mai vom Kloster Ochsenhausen die Burg

 

Limberg (Lehenberg) geschenkt unter der Bedingung, die Festung abzubrechen.

 

 

1380

Das Kloster Ottobeuren verkauft Günz (Guntz am Guntzbach) und

 

Rummeltshausen an den Memminger Bürger Hans Merz.

 

 

1412

Urkundliche Erwähnung des Patroziniums der Pfarrkirche Günz:

 

"Sant Peters und Sant Pauls, die da husherren sint des gotzhus und

 

der kierchim ze Guntz".

 

 

1466

Jodokus Ampfelbrunn schenkt das Patronatsrecht der Kirche Günz an das

 

Kloster Ottobeuren. Inkorporation der Pfarrkiche Günz am 2. August 1466.

 

 

1468

Ottobeuren kauft das Dorf Günz mit allen Rechten von Jodokus Ampfelbrunn

 

um 2005 ½  Gulden. Günz bleibt bis 1802 bei Ottobeuren.

 

 

1473

Gebhard Gäb ist Ortsherr von Rummeltshausen.

 

 

1494

Urkundliche Erwähnung des Maierhofes von Rummeltshausen bei

 

"der fryen Gassen, so auff die Günz gät" (Oberer Bauer).

 

 

1502

Ulrich Zwicker ist Grund- und Gerichtsherr in Rummeltshausen.

 

 

1507

Das Kloster Ochsenhausen kauft das Dorf Rummeltshausen. Gegenüber der

 

Kapelle Rummeltshausen wird ein Amtshaus des Klosters Ochsenhausen

 

erwähnt.

 

 

1553/60

Neubau des Zehnstadels des Klosters Ottobeuren an der Straße nach

 

 

1559

27. Juni Grundsteinlegung zum Neubau des Chores der Pfarrkirche Günz.

 

Turm und Langhaus bleiben bestehen.

 

 

1565

Das Kloster Ottobeuren erwirbt das Dorf Rummeltshausen.

 

 

1565

Weihe des Neubaus des Chores der Pfarrkirche Günz am 8. Mai.

 

 

1584

Instandsetzung der Kapelle Rummeltshausen durch das Kloster Ottobeuren.

 

 

Ab 1632

Schwere Heimsuchungen im Dreißigjähringen Krieg: Pest und Kriegstote,

 

Hungersnöte. Die Pfarrei Günz ist ab 1634 29 Jahre ohne eigenen Pfarrer.

 

 

1663 ff.

Neubau des Pfarrhofes; Instandsetzung der Pfarrkirche.

 

 

1682

Ein "Urbarium" beschreibt die kirchlichen und weltlichen Verhältnisse in

 

Günz und Rummeltshausen.

 

 

1717

Neubau des Pfarrstadels.

 

 

1764

Anschaffung einer ersten Kirchenorgel in Günz.

 

 

1765

Anschaffung einer Feuerspritze in Günz.

 

 

1792

Neubau eines größeren Pfarrstadels in Günz.

 

 

1796

Französischer Revolutionskrieg, Schlacht von Kammlach: Schwere Schäden

 

in Günz und Rummeltshausen und Erpressung mit 3522 Gulden.

 

 

1802

Säkularisation: der Klosterstaat Ottobeuren wird aufgelöst, Günz und

 

Rummeltshausen kommen zum Kurfürstentum (ab 1806 Königreich) Bayern.

 

 

1808

Verteilung der Gemeindegründe in Günz mit Ausnahme des Viehtriebes an

 

der Halde und des Ortsgemeindewaldes.

 

 

1809

Neubau des Schul- und Mesnerhauses in Günz.

 

 

1810 – 1845

Die Rummeltshauser machen aus den Wäldern auf dem Hart überwiegend

 

Ackerflächen

 

 

1818

Günz bildet mit Rummeltshausen eine Landgemeinde (Ruralgemeinde).

 

 

1838

25. März; Verteilung der Viehweide (Allmende) an der Halde am Lehenberg

 

mit 32 Jauchert. Jeder Bauer und Söldner von Günz erhielt 2 Parzellen

 

zu je 50 Dezimal.

 

 

1839

Abbruch des Zehntstadels in Günz.

 

 

1850

Bayerisches Jagdgesetz; Verpachtung der Jagden durch die Gemeinde.

 

Erster Pächter der Günzer Jagd ist Josef Anton Harzenetter (Mattsbauer),

 

jährlicher Pachtschilling 4 Gulden. Die Rummeltshauser Jagd geht an den

 

Herrn von Pflummern (Schloß Eisenburg).

 

 

1871

Neubau des Pfarrhofes in Günz.

 

 

1900

Gründung der Molkereigenossenschaft Günz;

 

Bau der Genossenschaftsmolkerei.

 

 

1902/05

Restaurierung der Pfarrkirche Günz, neubarocke Umgestaltung des

 

Innenraumes.

 

 

1906

Restaurierung des Altars der Kapelle Rummeltshausen. Instandsetzung

 

der Kapelle.

 

 

1911

Bau einer Wasserleitung in Günz mit Quellfassung nördlich Westerheim.

 

 

1912

In Günz wird ein neues Schulhaus errichtet.

 

 

1914 – 1918

Im Ersten Weltkrieg fallen 4 Soldaten aus Günz, 2 aus Rummeltshausen.

 

 

1920 – 1922

Die Günzregulierung wird durchgeführt. Die bis dahin regelmäßigen

 

Hochwasser der Günz werden seltener.

 

 

1922 – 1924

Flurbereinigungsverfahren in Günz und Rummeltshausen.

 

 

1922 – 1930

Die Günzer Schule wird zweiklassig geführt. Der Lehrsaal der alten Schule

 

findet wieder Verwendung.

 

 

1938

Bis 1944 wird ein Kindergarten im alten Schulhaus eingerichtet.

 

 

1939 – 1945

Der Zweite Weltkrieg bringt auch über Günz Leid und Zerstörung: 33 Männer

 

kehren nicht mehr aus dem Feld zurück. Einmarsch der Amerikaner in Günz

 

am 26. April 1945. Amerikanische Panzer feuern zwischen Lauben und

 

Rummeltshausen einige Schüsse in Richtung Lehenberg ab, wo sich

 

vermutlich deutsche Soldaten verschanzt hielten.

 

 

1945/46

Heimatvertriebene und Ausgewiesene werden aufgenommen. Die

 

Einwohnerzahl der Gemeinde Günz steigt im Herbst 1946 auf etwa 700

 

(1. September 1939: 405).

 

 

1945 – 1948

Borkenkäferplage, ein großer Teil des Gemeindewaldes Lehenberg wird

 

vernichtet. Aufforstung 1949/50.

 

 

1947

Seit 1. März wird die Schule Günz zweiklassig geführt, 2. Lehrstelle.

 

 

1949

Günz erhält eine geteerte Ortsdurchfahrt.

 

 

1950

Anbau des neuen Lehrsales an das alte Schulhaus.

 

 

Nach 1950

Die Siedlung auf dem Härtleberg entsteht (wenige Häuser bereits nach

 

1935).

 

 

1969

1. August, die bisherige Volksschule Günz wird aufgelöst, für die Unterstufe

 

(= Grundschule) schließt sich Günz mit Westerheim zu einem Schulverband

 

zusammen, für die Hauptschule mit Erkheim.

 

 

1971

Neubau des Pfarrhofes.

 

 

1978

Die Gemeinde Günz wird zum 30. April aufgelöst. Günz und

 

Rummeltshausen werden in den neuen Gemeindeverbund Westerheim

 

eingegliedert.

 

 

1981

Einweihung des neuen Feuerwehrhauses und des Sportheims in Günz

 

mit Fußballplatz.

 

 

1982

Modernisierung der Trinkwasserversorgung durch den Wasserverband

 

Rummeltshausen-Günz, Hochbehälter auf dem Lehenberg (Untere Staig).

 

 

1984 – 1986

Außenrestaurierung der Pfarrkirche Günz.

 

 

1989

Mit Ablauf des Schuljahres 1988/89 letztmals Unterricht in den Günzer

 

Schulgebäuden.

 

 

1990

Kindergarten im alten Schulhaus Günz.

 

 

1991 – 1994

Innenrenovierung der Pfarrkirche Günz. Altarweihe am 17. Juli 1994

 

durch Diözesanbischof Dr. Viktor Josef Dammertz.

 

 

 

 

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Bis hier stammten die Daten der Chronik aus dem Buch

"Westerheim – Günz – Rummeltshausen – Ein historisches Bilderbuch".

Alle nachfolgenden Daten sind Eigenrecherchen.

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2000

135 Jahre Freiw. Feuerwehr Günz

 

 

2002

Umbau der ehemaligen Schmiede in ein Schützenheim und spätere Einweihung

 

des Schützenheims vom Schützenverein Rummeltshausen 1952 e.V.

 

 

2004

Neue Straßenbeleuchtung in der Ortsstraße Rummeltshausen.

 

 

2005

Renovierung der Kapelle St. Sebastian in Rummeltshausen.

 

 

2006

25-jähriges Jubiläum des Günzer Kirchenchors (seit Neugründung).

 

 

2008

50-jähriges Priesterjubiläum H. H. Pater Robert in Günz.

 

Restaurierung der Günzer Veteranenfahne.

 

 

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Datenquellen / Literaturverzeichnisse:

 

Daten der Chronik “33000 Jahre v.Chr.” bis “1991-1994”:

BUCH: Westerheim – Günz – Rummeltshausen – Ein historisches Bilderbuch / Geiger-Verlag, 1. Auflage 2002, ISBN 3-89570-824-0

Buch-Team aus Westerheim: Bernhard Bainger, Magdalena Häutle, Elly Heckelsmüller, Georg Maurus,

Gertraud Müller, Leni Probst, Werner Reich. Buch-Team aus Günz: Matin Glöckler, Sylvia und Roland Vogel.

 

Daten der Chronik ab dem Jahr 2000:

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